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Vermarktung und Inserat

Wenig Anfragen auf das Wohnungsinserat: was hilft

Veröffentlicht am 27. Oktober 2026 · Aktualisiert am 27. Oktober 2026 · 7 Minuten Lesezeit

Freigestellte Aufnahme eines Mehrfamilienhauses in Hamburg Eimsbüttel

Wenig Anfragen auf ein Wohnungsinserat haben selten nur einen Grund, und fast nie heißt es, dass niemand die Anzeige sieht. Ob ein Inserat zu wenig Anfragen bekommt, zeigt das Verhältnis von Aufrufen zu Anfragen in der Portalstatistik. Viele Aufrufe und wenige Anfragen deuten auf Titel, erstes Bild, Preis oder ein abschreckendes Merkmal. Wenige Aufrufe deuten darauf, dass die Wohnung in den Suchen der passenden Interessenten gar nicht erscheint. Erst die Diagnose, dann die Änderung: In dieser Reihenfolge spart man sich die teuerste Maßnahme, die unnötige Preissenkung.

Woran erkenne ich, ob mein Inserat zu wenig Anfragen bekommt?

Am Verhältnis von Aufrufen zu Anfragen, nicht an der Zahl der Anfragen allein. Beides steht in der Statistik der Anzeige im Portal. Wenige Anfragen bei vielen Aufrufen sind ein anderes Problem als wenige Anfragen bei wenigen Aufrufen, und beide brauchen eine andere Lösung. Wer nur auf den Posteingang schaut, ändert oft an der falschen Stelle.

Befund in der Statistik Was es meist bedeutet Erster Schritt
Viele Aufrufe, wenige Anfragen Das Inserat wird gefunden, überzeugt aber nicht Titel, erstes Bild, Preis und abschreckende Merkmale prüfen
Wenige Aufrufe, wenige Anfragen Die Wohnung erscheint in den passenden Suchen nicht Preisfilter, Stadtteilzuordnung und Angaben prüfen
Viele Anfragen, wenige passende Das Inserat zieht die falschen Interessenten an Das Entscheidende nach oben, siehe Was ins Wohnungsinserat nach oben gehört

Aus der Praxis: zwei Anzeigen im Vergleich

Wie unterschiedlich das Verhältnis ausfallen kann, zeigt die Statistik zweier Anzeigen aus unseren Vermietungen, Stand Oktober 2026. Eine Erstbezugswohnung in Eppendorf hatte 608 Aufrufe und 20 Anfragen, also rund drei Anfragen je hundert Aufrufe. Eine befristete Neubauwohnung im oberen Segment hatte 335 Aufrufe und 4 Anfragen, also rund eine je hundert. Gesehen wurde also auch die zweite Wohnung; angefragt haben nur sehr wenige.

Für diese zweite Wohnung haben wir deshalb nicht an der Reichweite gearbeitet, sondern am Inserat selbst. Wir haben es offline genommen und neu eingestellt, mit angepasstem Preis, aber ohne sichtbaren Preisnachlass. Ein durchgestrichener alter Preis wirkt, als wolle die Wohnung niemand. Die Befristung stand danach nicht mehr im Titel, sondern im ersten Absatz der Beschreibung, und die Laufzeit in Jahren statt in Monaten. Wer von der Wohnung überzeugt ist, nimmt eine Befristung eher in Kauf, wenn er sie nicht als Erstes liest. Das ist eine Ausnahme für das obere Segment mit wenig Nachfrage. Bei Wohnungen mit vielen Anfragen gilt das Gegenteil, warum, steht in Was ins Wohnungsinserat nach oben gehört.

Liegt es am ersten Bild?

Oft. Im Suchergebnis eines Portals ist nur das erste Bild zu sehen, und mit ihm fällt die Entscheidung, ob jemand die Anzeige öffnet. Steht dort die Fassade, ein Flur oder ein leerer Raum ohne Licht, wird das Inserat übersprungen, bevor jemand Preis und Fläche liest. Vorn steht deshalb bei uns der stärkste Innenraum, meist der helle Wohnbereich.

Danach folgt ein Rundgang durch die Wohnung, dann Details wie Küche, Bad und Ausstattung, erst dann das Haus von außen mit Fassade und Eingang, am Ende der Grundriss. Alles zur Wohnung bleibt ein zusammenhängender Block. Welche Fotos sonst fehlen und wie ein gutes Exposé entsteht, steht in Exposé und Fotos für die Vermietung.

Wird meine Wohnung im falschen Stadtteil gezeigt?

Das kommt häufiger vor, als man denkt, und es kostet genau die Interessenten, die gezielt suchen. Portale ordnen Wohnungen oft über die Postleitzahl einem Stadtteil zu, und Postleitzahlen folgen nicht den Stadtteilgrenzen. Wer dann nach dem eigenen Stadtteil filtert, findet die Wohnung nicht, obwohl sie dort liegt.

Uns ist das bei einer Wohnung in Eppendorf passiert, die nur wenige Meter von der Stadtteilgrenze entfernt liegt. Das Portal führte sie im Nachbarstadtteil, und wer nach Eppendorf suchte, sah sie nicht. Weil wir die Adresse ausgeblendet hatten, war auch auf der Karte nicht zu erkennen, wo die Wohnung wirklich liegt. Seitdem blenden wir die Adresse bei Wohnungen an Stadtteilgrenzen ein und suchen nach dem Einstellen selbst, unter welchem Stadtteil das Inserat erscheint.

Ist der Preis zu hoch?

Das ist die naheliegende Vermutung und nicht immer die richtige. Ein hoher Preis zeigt sich in der Statistik meist so: Die Anzeige wird kaum aufgerufen, weil sie in den Preisfiltern der Suchenden nicht auftaucht. Portale lassen Suchende nach einer Höchstmiete filtern. Liegt die Wohnung knapp über einer solchen Grenze, sehen sie alle nicht, die genau dort ihre Grenze gesetzt haben.

Bei mehreren gleichartigen Wohnungen arbeiten wir deshalb mit Preisstufen. Der angestrebte Preis gilt eine feste Zeit, eine zweite, moderat gesenkte Stufe liegt bereits fertig vor. Wird gesenkt, dann so, dass der Preis unter eine gängige Suchgrenze rutscht, und so, dass das Verhältnis zwischen den Wohnungen stimmig bleibt. Wie man den Preis von Anfang an richtig ansetzt, steht in Mietpreis festlegen: Mietspiegel und Praxis.

Was gilt in Hamburg für Preis und Angaben im Inserat?

Zwei Grenzen gelten unabhängig davon, wie viele Anfragen kommen. Erstens die Mietpreisbremse: Sie gilt in Hamburg im ganzen Stadtgebiet, und nach § 556d Absatz 1 BGB darf die Miete bei Mietbeginn die ortsübliche Vergleichsmiete höchstens um zehn Prozent übersteigen, mit Ausnahmen etwa für Neubauten. Die Vergleichsmiete ergibt sich in Hamburg aus dem Hamburger Mietenspiegel 2025. Ein Preis, der Anfragen kostet, kann also zusätzlich rechtlich angreifbar sein.

Zweitens die Pflichtangaben: Liegt ein Energieausweis vor, muss die Anzeige nach § 87 Absatz 1 GModG unter anderem Art des Ausweises, Energiekennwert, wesentlichen Energieträger, Baujahr und Effizienzklasse nennen. Sie gehören in jedes Inserat, auch in ein neu eingestelltes.

In welcher Reihenfolge sollte ich etwas ändern?

Von der billigsten zur teuersten Maßnahme, und immer nur eine auf einmal, damit sich die Wirkung zeigt. Wer gleichzeitig Bild, Titel und Preis ändert, weiß danach nicht, was geholfen hat.

  1. Statistik lesen: Aufrufe und Anfragen der letzten Tage vergleichen.
  2. Zuordnung prüfen: selbst nach Stadtteil, Größe und Preis suchen, wie es ein Interessent tun würde.
  3. Erstes Bild und Titel: stärksten Innenraum nach vorn, im Titel das, was Filter nicht zeigen.
  4. Befristung: im oberen Segment mit wenig Nachfrage in den ersten Absatz statt in den Titel, als Laufzeit in Jahren.
  5. Preis: erst zuletzt, dann unter eine gängige Suchgrenze und als neues Inserat.

Jede Woche ohne Mieter hat einen Preis, den man gegen eine Preissenkung rechnen kann; die Posten eines Leerstandsmonats stehen in Was ein Monat Leerstand wirklich kostet.

Wenn Sie die Diagnose lieber abgeben möchten: Wir sehen uns Ihr Inserat und die Statistik an und übernehmen auf Wunsch die ganze Vermietung, mehr dazu unter Vermietung starten.

Quellen

Zuletzt gegen die amtlichen Fassungen geprüft am 27. Oktober 2026.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Ihre konkrete Situation empfehlen wir die Abstimmung mit einem Rechtsanwalt oder einem Eigentümerverband.

Häufige Fragen

Meine Wohnung bekommt kaum Anfragen, obwohl Preis und Fotos gut sind. Woran liegt das?

Meist an einer von drei Stellen: Das Inserat wird zwar gesehen, überzeugt aber auf dem ersten Bild oder im Titel nicht; es erscheint in den Suchen der passenden Interessenten gar nicht, etwa wegen eines Preisfilters oder einer falschen Stadtteilzuordnung; oder ein Merkmal wie eine Befristung schreckt früh ab. Die Portalstatistik zeigt, welche der drei es ist.

Soll ich die Miete senken oder die Anzeige neu einstellen?

Erst prüfen, ob es am Preis liegt. Wenn ja, senken wir so, dass die Wohnung unter eine gängige Suchgrenze rutscht, und stellen das Inserat neu ein, statt den alten Preis durchgestrichen stehen zu lassen. Liegt es an Bild, Titel oder Zuordnung, hilft eine Preissenkung nicht.

Meine Wohnung wird im Portal im falschen Stadtteil angezeigt. Was kann ich tun?

Die Adresse im Inserat einblenden, damit die Lage auf der Karte stimmt, und nach dem Einstellen selbst nach dem eigenen Stadtteil filtern. Portale ordnen Wohnungen oft über die Postleitzahl zu, und an Stadtteilgrenzen geht das schief.

Welches Foto gehört im Wohnungsinserat nach vorn?

Der stärkste Innenraum, meist der helle Wohnbereich. Im Suchergebnis ist nur das erste Bild zu sehen, und mit ihm entscheidet sich, ob jemand das Inserat überhaupt öffnet. Die Fassade kommt später.