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Kosten und Anbieter

Was kostet die Vermietung bei Hamburger Anbietern?

Veröffentlicht am 22. September 2026 · Aktualisiert am 22. September 2026 · 7 Minuten Lesezeit

Freigestellte Aufnahme eines Wohnhauses an der Odenwaldstraße in Hamburg

Die Vermietung in Hamburg abzugeben kostet dort, wo der Preis überhaupt öffentlich steht, zwischen einer und zwei Nettokaltmieten. Der auffälligere Befund ist ein anderer: Von zehn Hamburger Anbietern, die Vermietungsleistungen für Eigentümer beschreiben, nennen nur vier auf ihrer eigenen Website eine Vergütung. Die übrigen sechs verweisen auf ein individuelles Gespräch. Wer vergleichen will, muss also fragen, und zwar vor Auftragserteilung. Dieser Beitrag zeigt, was öffentlich steht, wer nach dem Gesetz zahlt und wie sich die Unterschiede in Euro darstellen.

Wer nennt seinen Preis öffentlich?

Die folgende Übersicht enthält ausschließlich Angaben, die am 22. September 2026 auf der Website des jeweiligen Anbieters standen. Die Reihenfolge ist alphabetisch und keine Rangfolge. Wo nichts stand, steht hier keine öffentliche Angabe, nicht etwa ein Schätzwert.

Anbieter Vergütung laut eigener Website
Engel und Völkers keine öffentliche Angabe
Gerstel keine öffentliche Angabe
Grossmann und Berger 1,5 Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer im Komfort Paket, 2 Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer im Premium Paket
Groth und Schneider keine öffentliche Angabe, individuelles Angebot
Haferkamp Immobilien keine öffentliche Angabe
Letura eine Nettokaltmiete, erfolgsbasiert, fällig erst wenn vermietet ist
moovin Immobilien Vergütung ab 1,0 Nettokaltmieten, erfolgsbasiert
Schmidt und Bethge keine öffentliche Angabe
Sparda Immobilien keine öffentliche Angabe
Wentzel Dr. individuell besprochene Courtage, fällig nach Abschluss des Mietvertrags

Offenlegung: Letura ist unser eigenes Angebot. Letura steht hier nach denselben Kriterien und mit derselben Quellenart wie alle anderen.

Dass sechs von zehn Anbietern keinen Preis nennen, ist kein Vorwurf. Es ist in diesem Markt üblich und hat einen nachvollziehbaren Grund: Eine Zweizimmerwohnung im Bestand und ein Penthouse an der Alster verursachen unterschiedlichen Aufwand. Für Sie als Eigentümer ändert das nichts an der Aufgabe, die Zahl vor der Unterschrift zu kennen.

Wer zahlt den Makler bei der Vermietung?

Der Eigentümer, und zwar zwingend. Seit dem Bestellerprinzip gilt bei der Wohnungsvermittlung: Wer bestellt, bezahlt. Geregelt ist das in § 2 Absatz 1a des Wohnungsvermittlungsgesetzes. Ein Wohnungsvermittler darf danach vom Wohnungssuchenden für die Vermittlung oder den Nachweis einer Mietwohnung kein Entgelt verlangen, es sei denn, er hat die Wohnung ausschließlich wegen dessen Auftrags beschafft. Wer als Eigentümer eine Wohnung vermieten lässt, hat den Auftrag erteilt und trägt daher die Courtage.

Praktisch heißt das: Konstruktionen, bei denen der neue Mieter die Courtage ganz oder teilweise trägt, sind bei Wohnraum nicht zulässig. Wenn ein Anbieter andeutet, die Kosten ließen sich auf den Mieter verlagern, ist das ein Grund, genauer hinzusehen. Die Einzelheiten zum Bestellerprinzip stehen im Beitrag Was kostet die Vermietung einer Wohnung.

Was bedeutet erfolgsbasiert?

Zwei Anbieter im Hamburger Vergleich nennen ihr Modell ausdrücklich erfolgsbasiert, moovin und Letura. Wentzel Dr. schreibt, die Vergütung werde erst nach Abschluss des Mietvertrags fällig. Der Begriff klingt eindeutig, lässt aber Raum. Drei Fragen klären ihn:

  1. Welches Ereignis löst die Rechnung aus? Der unterschriebene Mietvertrag, der Einzug oder die erste Mietzahlung sind drei verschiedene Zeitpunkte.
  2. Was passiert, wenn nicht vermietet wird? Erfolgsbasiert sollte bedeuten: keine Rechnung. Lassen Sie sich das schriftlich geben.
  3. Gibt es Auslagen daneben? Fotos, Exposé, Inserate, Energieausweis und Bonitätsauskünfte können gesondert berechnet werden. Wenn sie es werden, gehören sie in den Vertrag.

Die Formulierung ab 1,0 Nettokaltmieten verdient dieselbe Aufmerksamkeit. Ab bedeutet, dass der Preis nach oben offen ist. Fragen Sie, wovon er abhängt und wo die Obergrenze liegt.

Was kostet der Unterschied konkret?

Ein Rechenbeispiel mit 1.200 Euro Nettokaltmiete, umgerechnet auf die öffentlich genannten Modelle. Die Mehrwertsteuer ist dort eingerechnet, wo der Anbieter sie ausdrücklich nennt. Wo sie nicht genannt ist, fragen Sie nach, bevor Sie rechnen.

Modell Vergütung laut Anbieterseite Bei 1.200 Euro Nettokaltmiete
Grossmann und Berger, Komfort Paket 1,5 Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer 1.800 Euro netto, 2.142 Euro brutto
Grossmann und Berger, Premium Paket 2 Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer 2.400 Euro netto, 2.856 Euro brutto
Letura eine Nettokaltmiete, erfolgsbasiert 1.200 Euro
moovin Immobilien ab 1,0 Nettokaltmieten, erfolgsbasiert ab 1.200 Euro
Wentzel Dr. individuell besprochene Courtage nur im Einzelfall bezifferbar

Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten öffentlich genannten Modell liegen bei dieser Wohnung rund 1.650 Euro. Das ist ungefähr der Betrag, den Sie an anderer Stelle über die Vermietungsdauer wieder gewinnen oder verlieren.

Aus der Praxis: die Zahl, gegen die Sie rechnen

Die Vergütung ist nicht die teuerste Position einer Vermietung. Der Leerstand ist es. Ein Monat ohne Mieter kostet eine volle Nettokaltmiete plus die Betriebskosten, die Sie in dieser Zeit nicht umlegen können. Bei 1.200 Euro Nettokaltmiete sind das mit Nebenkosten schnell 1.500 Euro, für einen einzigen Monat.

Gegen diese Zahl ist jedes Angebot zu rechnen. Zwei zusätzliche Monate Leerstand kosten mehr als die teuerste der oben genannten Courtagen. In unserer Praxis vergehen vom Auftrag bis zum unterschriftsreifen Vertrag 7 bis 15 Tage, im Schnitt etwa 12. Das setzt voraus, dass die Unterlagen vollständig sind und Besichtigungen gebündelt stattfinden, nicht über drei Wochen verteilt.

Der zweite Posten, den kaum jemand einpreist, ist die eigene Zeit. Bei einer einfachen Zweizimmerwohnung im Hamburger Bestand gehen regelmäßig über 500 Anfragen ein. Wer sie selbst beantwortet, Termine koordiniert und neun vollständige Bewerbungen vergleicht, investiert mehrere Arbeitstage. Wie sich Leerstand im Einzelnen zusammenrechnet, steht in Was ein Monat Leerstand wirklich kostet.

Was gehört zum Preis dazu, was nicht?

Die Leistungskataloge der Hamburger Anbieter ähneln sich stark. Fast überall stehen Mietpreiseinschätzung, Fotos und Exposé, Inserate, Besichtigungen, Prüfung der Interessenten, Mietvertrag und Übergabe. Unterschiede entstehen an den Rändern, und die sind teuer, wenn sie fehlen:

  • Prüfung der Mietpreisbremse. In Hamburg gilt die Mietpreisbegrenzungsverordnung seit dem 1. Januar 2026 für das gesamte Stadtgebiet, befristet bis zum 31. Dezember 2029. Die zulässige Miete liegt nach § 556d BGB höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Grundlage dafür ist der Hamburger Mietenspiegel 2025, ein qualifizierter Mietenspiegel, der im Zwei Jahres Rhythmus erstellt wird. Ein falsch angesetzter Mietpreis kostet mehr als jede Courtage.
  • Kautionsabwicklung. Ob der Anbieter die Kaution nach § 551 BGB getrennt vom eigenen Vermögen anlegt oder Ihnen die Abwicklung überlässt.
  • Übergabeprotokoll. Ob die Übergabe protokolliert und das Protokoll archiviert wird.
  • Einsicht in den Stand. Ob Sie sehen, wie viele Anfragen eingegangen sind und wo die Vermietung steht, oder ob Sie danach fragen müssen.

Diese vier Punkte gehören in das Angebot, bevor Sie es mit einem anderen vergleichen. Welche Fragen darüber hinaus sinnvoll sind, steht in Anbieter vergleichen.

Quellen

Die Anbieterangaben wurden zuletzt am 22. September 2026 geprüft und werden vierteljährlich erneut gegengelesen.

Welche Anbietertypen es in Hamburg überhaupt gibt, ordnet Vermietungsdienstleister in Hamburg im Überblick ein.

Sie können die Vermietung auch vollständig abgeben: Letura übernimmt den Ablauf von der Aufnahme bis zum unterschriftsreifen Mietvertrag und rechnet erst ab, wenn vermietet ist, Vermietung starten.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Ihre konkrete Situation empfehlen wir die Abstimmung mit einem Rechtsanwalt oder einem Eigentümerverband.

Häufige Fragen

Was kostet es, die Vermietung in Hamburg abzugeben?

Die öffentlich genannten Preise liegen zwischen einer und zwei Nettokaltmieten. Grossmann und Berger nennt 1,5 Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer im Komfort Paket und 2 Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer im Premium Paket, moovin eine Vergütung ab 1,0 Nettokaltmieten, Letura eine Nettokaltmiete. Wentzel Dr. nennt eine individuell besprochene Courtage. Sechs der zehn geprüften Hamburger Anbieter machen keine öffentliche Preisangabe. Stand der Prüfung: 22. September 2026.

Wer zahlt den Makler bei der Vermietung?

Der Eigentümer. Nach § 2 Absatz 1a des Wohnungsvermittlungsgesetzes darf ein Wohnungsvermittler vom Wohnungssuchenden für die Vermittlung oder den Nachweis einer Mietwohnung kein Entgelt verlangen, es sei denn, er hat die Wohnung ausschließlich wegen dessen Auftrags beschafft. Bei einer Vermietung, die der Eigentümer veranlasst, trägt deshalb der Vermieter die Courtage.

Was bedeutet erfolgsbasiert genau?

Dass die Vergütung erst fällig wird, wenn der Mietvertrag geschlossen ist, und nicht bei Auftragserteilung. Lassen Sie sich schriftlich geben, welches Ereignis die Rechnung auslöst, ob bei Nichtvermietung wirklich nichts anfällt und ob Auslagen für Fotos, Exposé oder Inserate gesondert berechnet werden.

Ist der teurere Anbieter der gründlichere?

Der Preis sagt darüber nichts. Die Leistungsbeschreibungen der Hamburger Anbieter ähneln sich stark, unabhängig von der Höhe der Vergütung. Aussagekräftiger ist, ob jede eingehende Bewerbung ausgewertet wird, wer über den Mieter entscheidet und ob Sie den Stand jederzeit sehen.

Wie rechne ich Courtage gegen Leerstand?

Ein Monat Leerstand kostet eine volle Nettokaltmiete plus die Betriebskosten, die Sie nicht umlegen können. Bei 1.200 Euro Nettokaltmiete entspricht der Unterschied zwischen einer und zwei Nettokaltmieten also etwa einem Monat Leerstand. Wer schneller vermietet, holt die Differenz über die Dauer wieder herein.