Mieterhöhung Musterschreiben: Aufbau und Pflichtangaben
Veröffentlicht am 31. Oktober 2026 · Aktualisiert am 31. Oktober 2026 · 6 Minuten Lesezeit

Ein Mieterhöhungsverlangen nach § 558 BGB ist ein Schreiben, mit dem der Vermieter um Zustimmung zu einer höheren Miete bittet, bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete. Es muss nach § 558a Absatz 1 BGB in Textform erklärt und begründet werden. Der Aufbau ist dabei weniger kompliziert als sein Ruf: Es kommt auf wenige Angaben an, die vollständig und nachvollziehbar sein müssen. Dieser Beitrag zeigt, woraus das Schreiben besteht, wie es in Hamburg begründet wird und woran es in der Praxis scheitert. Die Wege, Grenzen und Fristen erklärt Mieterhöhung nach § 558 BGB.
Woraus besteht ein Mieterhöhungsschreiben?
Aus fünf Bestandteilen, von denen zwei das Gesetz verlangt und drei die Praxis. Gesetzlich vorgeschrieben sind die Textform und eine Begründung (§ 558a Absatz 1 BGB). Hinzu kommen Angaben, die der Mieter braucht, um das Verlangen zu prüfen: Wer erhöht, welche Miete gilt bisher, welche wird verlangt.
| Baustein | Inhalt | Grundlage |
|---|---|---|
| Absender und Adressat | alle Vermieter und alle Mieter des Vertrags | Praxis |
| Bisherige und verlangte Miete | Nettokaltmiete heute, Nettokaltmiete künftig, Differenz | Praxis |
| Bitte um Zustimmung | Das Schreiben verlangt die Zustimmung des Mieters | § 558 Absatz 1 BGB |
| Begründung | Mietspiegel, Datenbank, Gutachten oder drei Vergleichswohnungen | § 558a Absatz 2 BGB |
| Form | lesbar, mit Namen, dauerhaft speicherbar | § 126b BGB |
Eine feste Mustervorlage gibt das Gesetz nicht vor. Wichtiger als der Wortlaut ist, dass die Angaben stimmen und sich nachprüfen lassen.
Welche Form muss das Schreiben haben?
Textform, nicht Schriftform. Nach § 126b BGB muss der Text lesbar sein, den Absender nennen und so übermittelt werden, dass der Mieter ihn aufbewahren kann und er sich unverändert wiedergeben lässt. Ein Brief erfüllt das, eine E-Mail ebenso, eine eigenhändige Unterschrift ist nicht verlangt.
Eine Willenserklärung gegenüber einem Abwesenden wird nach § 130 Absatz 1 BGB in dem Zeitpunkt wirksam, in dem sie zugeht. Der Zugang entscheidet damit über die Fristen. Wer ihn später belegen können muss, wählt einen Weg, der sich dokumentieren lässt, etwa die persönliche Übergabe mit Empfangsbestätigung.
Wie wird die Erhöhung begründet?
Mit einem der Mittel, die § 558a Absatz 2 BGB aufzählt: Mietspiegel, Mietdatenbank, Sachverständigengutachten oder die Mieten einzelner vergleichbarer Wohnungen, wofür drei Wohnungen genügen. Beim Gutachten muss der Sachverständige öffentlich bestellt und vereidigt sein, und es muss Gründe enthalten. In Hamburg liegt der Mietenspiegel nahe.
Dann nennt die Broschüre zum Mietenspiegel 2025 den Mindestinhalt: Wohnlage, Baualtersklasse, Größe und Ausstattung müssen im Verlangen stehen, damit sich das Rasterfeld bestimmen lässt. Wirksam ist das Verlangen nach der Broschüre und nach § 558a Absatz 4 BGB schon dann, wenn die verlangte Miete in der Spanne des Feldes bleibt. Auch wer sich auf ein Gutachten oder Vergleichswohnungen stützt, muss die Angaben des qualifizierten Mietspiegels mitteilen, soweit er welche für die Wohnung enthält (Absatz 3). Wie Wohnlage und Tabellenfeld gefunden werden, erklären Wohnlage im Hamburger Mietenspiegel und Spanneneinordnung im Hamburger Mietenspiegel.
Welche Grenzen muss die verlangte Miete einhalten?
Drei, die sich vor dem Schreiben prüfen lassen. Nach § 558 Absatz 1 BGB muss die Miete zu dem Zeitpunkt, zu dem die Erhöhung eintreten soll, seit 15 Monaten unverändert sein, und das Verlangen kann frühestens ein Jahr nach der letzten Erhöhung geltend gemacht werden. Die verlangte Miete darf die ortsübliche Vergleichsmiete nicht übersteigen. Und die Kappungsgrenze nach Absatz 3 begrenzt den Anstieg innerhalb von drei Jahren.
In Hamburg beträgt sie nach der Broschüre zum Mietenspiegel 2025 15 Prozent. Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen: Wurde die Nettokaltmiete von 840 Euro in den letzten drei Jahren nicht verändert, liegt die Obergrenze durch die Kappung bei 966 Euro (15 Prozent sind 126 Euro). Liegt die Spanne des Mietenspiegelfelds darunter, bestimmt sie die Obergrenze, nicht die Kappung. Erhöhungen wegen Modernisierung und Betriebskosten zählen für die Kappung nicht mit.
Was passiert nach dem Versand?
Es beginnen Fristen, die vom Zugang abhängen. Nach § 558b BGB schuldet der Mieter bei Zustimmung die erhöhte Miete mit Beginn des dritten Kalendermonats nach Zugang. Hat er bis zum Ende des zweiten Kalendermonats nicht zugestimmt, bleiben dem Vermieter drei weitere Monate, um die Zustimmung einzuklagen. Ein Verlangen, das den Anforderungen von § 558a nicht entspricht, kann der Vermieter im Rechtsstreit nachholen oder berichtigen, dem Mieter steht dann aber noch einmal die Zustimmungsfrist zu.
Das letzte ist der Grund, warum sich ein sauberes Schreiben lohnt: Ein Fehler kostet keine Wirksamkeit auf Dauer, aber Zeit und gegebenenfalls ein Verfahren, das sich vermeiden ließe.
Aus der Praxis: drei Wege, und wie oft erhöht wird
Aus unserer Erfahrung in der Hausverwaltung gibt es drei Wege der Mieterhöhung: die Erhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete, die Indexmiete und die Umlage nach einer Modernisierung. Staffelmieten nutzen wir nicht. Wie oft erhöht wird, entscheidet der Eigentümer. Ohne andere Absprache wird so oft erhöht, wie es möglich ist, weil Energie, Instandhaltung, Baukosten und Zinsen steigen und sich ein Objekt sonst nicht trägt. Manche Eigentümer verzichten bewusst darauf, etwa bei Mietern, die sie gut kennen.
Bei der Indexanpassung sehen wir eher eine Preissicherung als eine Erhöhung. Sie erfolgt oft alle zwei bis drei Jahre statt jährlich. Manche Mieter beschweren sich darüber, unser Argument ist: Ohne Anpassung sinkt die Miete real. Zur Einordnung: Letura vermietet ausschließlich und verwaltet nicht, die Erfahrung stammt aus der Hausverwaltung.
Was gilt in Hamburg?
Der Hamburger Mietenspiegel 2025 ist die Grundlage. Er beruht nach der Broschüre auf den zum 1. April 2025 gezahlten Nettokaltmieten, weist erstmals den Median als Mittelwert aus und gibt Spannen an, die als Orientierung dienen: Sie umfassen zwei Drittel der erhobenen Mieten eines Tabellenfelds. Er ist nicht anwendbar auf preisgebundenen Wohnraum wie Sozialwohnungen. Welches Feld für Ihre Wohnung gilt, ermittelt unser Mietpreisrechner aus Adresse, Baujahr, Fläche und Ausstattung. Die Einordnung beim Neuabschluss behandelt Mietpreisbremse in Hamburg.
Wer kann die Mieterhöhung für mich vorbereiten?
Wir bereiten Vermietung und Preis so vor, dass spätere Erhöhungen auf einer sauberen Grundlage stehen. Für private Eigentümer erklärt Wohnung privat vermieten, welche Aufgaben bei Ihnen bleiben und welche wir tragen, und wer eine Wohnung neu vermieten möchte, beginnt mit Vermietung starten.
Quellen
- §§ 558, 558a, 558b Bürgerliches Gesetzbuch, Bundesministerium der Justiz, https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__558a.html, Stand Oktober 2026
- § 126b und § 130 Bürgerliches Gesetzbuch, Bundesministerium der Justiz, https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__126b.html, Stand Oktober 2026
- Hamburger Mietenspiegel 2025, Broschüre, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, https://dokumente.hamburg.de/resource/blob/1125234/4c27733314ff7c3144a31415cea3924c/d-mietenspiegel-broschuere-2025-data.pdf, Stand Dezember 2025
- Mietenspiegel, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg, https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/behoerde-fuer-stadtentwicklung-und-wohnen/themen/wohnen/mieten/mietenspiegel, Stand Oktober 2026
Zuletzt gegen die amtlichen Fassungen geprüft am 31. Oktober 2026.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Ihre konkrete Situation empfehlen wir die Abstimmung mit einem Rechtsanwalt oder einem Eigentümerverband.
Häufige Fragen
Wie schreibt man ein Mieterhöhungsverlangen?
In Textform und mit Begründung. Nach § 558a Absatz 1 BGB muss das Verlangen dem Mieter in Textform erklärt und begründet werden. Im Brief stehen die bisherige und die verlangte Miete, die Bitte um Zustimmung und die Begründung, in Hamburg meist mit dem Mietenspiegel samt den Angaben zu Wohnlage, Baualtersklasse, Größe und Ausstattung.
Muss ein Mieterhöhungsschreiben unterschrieben sein?
Das Gesetz verlangt Textform, keine Unterschrift. Nach § 126b BGB genügt ein lesbarer Text mit dem Namen des Absenders, den der Mieter speichern oder aufbewahren kann. Das kann ein Brief oder eine E-Mail sein. Für den Zugang beim Mieter sollten Sie einen Nachweis haben.
Welche Begründung braucht eine Mieterhöhung?
Eines der Begründungsmittel aus § 558a Absatz 2 BGB: Mietspiegel, Auskunft aus einer Mietdatenbank, Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen oder drei vergleichbare Wohnungen. Gibt es einen qualifizierten Mietspiegel mit Angaben für die Wohnung, sind diese nach Absatz 3 auch dann mitzuteilen, wenn Sie ein anderes Mittel wählen.
Was passiert, wenn das Mieterhöhungsverlangen Fehler hat?
Nach § 558b Absatz 3 BGB kann der Vermieter ein Verlangen, das den Anforderungen des § 558a nicht entspricht, im Rechtsstreit nachholen oder die Mängel beheben. Dem Mieter steht dann trotzdem die volle Zustimmungsfrist zu. Ein sauberes Schreiben spart deshalb Zeit.
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